Das Schicksal führt sich oft auf wie eine Diva. Wir können die heldenhaftesten Pläne, die ausgefeiltesten Theorien für die Zukunft entwerfen – letztlich müssen wir doch jener launischen Diva folgen. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht lautet: Wir können trotzdem ERFOLGREICH SEIN – wenn wir anfangen, uns dem, was ist, einfach hinzugeben.
Die chinesischen Taoisten lehren: Nichts ist nur hell oder dunkel, genauso wenig, wie etwas nur schön oder hässlich ist. Nichts bleibt, wie es ist. Jedes Ende ist ein Anfang. Alles vergeht, alles wächst und entsteht. Die Dinge werden weder besser noch schlechter – nur immer anders. Wozu also ungeduldig werden, wozu sich aufregen und Panik schieben?

Wer einen Erfolg schnell und direkt erzielen will, arbeitet an ihm vorbei

Erfolg und Leistung | Rebekka Reinhard

Erfolg und Leistung brauchen sinnvolle Maßstäbe. Dazu müssen wir ökonomischen Erfolg von ästhetischem und ethischem Erfolg unterscheiden.

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Etwas so zu lassen, wie es ist, nichts mit Gewalt zu erzwingen und nicht den Lauf der Natur zu stören – das ist wu wei, „Nicht tun“. Eine Geschichte des chinesischen Philosophen Menzius erklärt, worauf es dabei ankommt: Ein Bauer berichtet seinen Kindern stolz von seiner Arbeit. Wie schwer er geschuftet habe! Den ganzen Tag hat er an den Trieben auf seinem Feld gezogen – und Halm für Halm herausgerissen.

Die Kinder gehen los, um das Werk des Vaters zu begutachten … und müssen natürlich feststellen, dass alle Pflänzchen vertrocknet sind.

“#Erfolg kann man nicht #erzwingen! #Pflanzen wachsen nicht schneller, wenn man an ihnen zieht.“

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Wer einen Erfolg schnell und direkt erzielen will, arbeitet an ihm vorbei. Erfolge lassen sich nicht erzwingen, sie müssen wachsen. Der Erfolgreichste ist nicht der Ungeduldigste – es ist der, der Reifungsprozesse fördert; den Wandel der Dinge unterstützt; die Potenziale nutzt, die einer Situation innewohnen, denn: „Im Nicht-Tun bleibt nichts ungetan“ (Laotse).

Hören wir also auf, an Pflanzen zu ziehen, damit sie schneller wachsen. Seien wir nicht zu voreilig. Lernen wir zu warten. Hören auf, das, was uns zu groß, zu schwer erscheint, mit Gewalt stemmen zu wollen. Federn wir es einfach ab… so wie eine Weide die Last des Schnees abfedert.

Geschmeidig.

Anstrengungslos.

Folgen wir dem Rhythmus der Natur.

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